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Wasserball | 12.11.2022

Informationen zur Pokalmeisterschaft

Die Durchführungsbestimmungen 2022 und der Spielplan mit Teams ist auf unserer Homepage veröffentlicht.

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Wasserball | 17.10.2022

Wasserball - Licht & Schatten

von Frieder Class

Nachdem nun über eine Woche die diesjährigen Masters Europameisterschaften im Wasserball hinter uns liegen, soll ein Resümee gezogen werden. Es gibt viele Kritikpunkte die ein nicht gerade freundliches Bild auf die LEN und vor allem auf die Organisation vor Ort werfen. Mangelhafte Informationen im Vorfeld, kurz vor knapp dann Aufforderungen und Anforderungen, die teilweise nicht mehr nachzuvollziehen und nicht erfüllbar waren. Unter anderem wurde verlangt, dass die gemeldeten deutschen Schiedsrichter mindestens im FINA-Bereich tätig sind bzw. waren. Das traf auf keinen der gemeldeten DSV-Schiedsrichter zu, wobei diese schon auf dem Weg nach Ostia waren. In Ostia erfuhr ich dann, dass die Schiedsrichter nicht spielberechtigt sind, d.h. entweder sie spielen oder sie sind Referee.
Und diese Info kam kurz vor dem Technical Meeting. Das TCM war aus meiner Sicht eine einzige Katastrophe. Der Vorsitzende hatte - salopp ausgedrückt - nicht den Hauch einer leisesten Ahnung. Es wurden bestehende LEN-Regeln außer Kraft gesetzt und detaillierte Fragen nicht beantwortet. Wie schon im Tagebuch geschrieben: Es war „chaotisch“! Die eingeteilten Schiedsrichter hatten größtenteils noch nicht mal Zweitliganiveau, wobei unsere zwei verbliebenen Schiedsrichter durchaus gute Noten bekamen. O–Ton eines Spielers „Bis auf wenige Ausnahmen waren die Schiedsrichter so weit entfernt, wie der Kongo vor seiner ersten Mondlandung“. Dem ist nichts hinzuzufügen. 7 Tage, 9 Altersgruppen, wobei auffiel, dass sowohl in der AK 30+ und 40+ keine Teams angetreten waren. Die Gründe sind nicht bekannt. 16 Nationen hatten 55 Teams gemeldet.
Dies ergab insgesamt 155 Spiele. Wenn man jetzt das Meldegeld i. H. v. 1000.-€ zu Grunde legt, kommt eine Summe von insgesamt 55.000 € zusammen. Rechnet man dann bei großzügiger Betrachtung das Meldegeld der einzelnen Spieler zusammen – nach Angaben der LEN rund 800 Teilnehmer*innen, kommen noch mal 40.000 € hinzu. Ein Betrag, der sich auf ca. 100.000 € summiert. Doch die Gegenleistung war dafür gleich „Null“. Es gab vom Veranstalter keine Teilnehmer*innen – Zertifikate bzw. wenn dann doch einige vorlagen, wurden diese den Teamleitern nicht ausgehändigt!

An den Spielfeldern fehlten die Namen der Vereine, die gegeneinander spielten. Die wettertechnischen Rahmenbedingungen waren für die zahlreichen, interessierten Zuschauer*innen und Fans in der prallen Sonne unzumutbar. Es fehlten Sonnenschirme an allen Ecken und Enden. Auch die kulinarische Versorgung war wohl das größte Desaster. Es war ein Armutszeugnis, was uns da angeboten wurde. In einem Land mit großartiger Küche, vorzüglichen Weinen und leckerem Bier war nur ein Versorgungszelt auf dem Gelände. Der Preis für ein Döschen Bier lag bei 3,50 € und für alkoholfreie Getränke nur geringfügig darunter.
Kommunikation mit den anderen internationalen Vereinen/Teams war nur wenig bis überhaupt nicht möglich, da es zu wenige Sitzplätze gab. Es gab während des Turnierverlaufes mehrere Proteste, u. a. gegen eine Wertung, bei der ein gesperrter Spieler unter anderem Namen im nächsten Spiel wieder mitwirkte. Nirgendwo war ein Hinweis zum aktuellen Sachstand zu sehen und zu erfahren. In einem Spiel des SV Cannstatt gegen eine ungarische Mannschaft gab es nach Spielende rassischste Äußerungen, die darin gipfelten, dass Spieler als Nazis u. a. m. tituliert wurden. Ein entsprechender Vermerk von mir an Ulrike Urbaniak (DSV-Vertreterin bei der LEN), die den Bericht an die Organisation weiterleitete, ergab, dass der betreffende Spieler gesperrt und das Team wohl bestraft wurde. Es gab jedoch keinerlei Veröffentlichungen, ob die Sperre und Strafe auch tatsächlich realisiert wurden.
Ein absolut negatives Ereignis erlebten die zahlreichen Zuschauer*innen im Match der Uerdingen Masters 45+ gegen Roma. Ein Uerdinger Spieler wurde auf das brutalste und vorsätzlich von seinem italienischen Gegenüber verletzt, indem der zwei Finger in die Nase des Spielers steckte und diese nach oben verbog. Das Fazit war eine tiefe klaffende Risswunde. Wer nun an eine Sanktion durch die Schiedsrichter hoffte, sah sich bitterlich enttäuscht. (siehe Foto)
Der verletzte Spieler musste das Wasser verlassen, schaffte das gerade noch und lag dann mehrere Minuten am Beckenrand, ehe Ersthelfer kamen und ihn dann abtransportierten. Das Spiel lief während der ganzen Zeit weiter, ein absolutes NoGo. Eine Ärztin aus dem Frauen- Team der SG Essen wollte dem Verletzten zu Hilfe eilen, wurde aber brüsk zurückgewiesen. Der verletzte Spieler wurde dann in ein Krankenhaus verbracht. Sanktionen gegen den Verursacher sind mir nicht bekannt, auch fehlt über diese Verletzung jegliche Information im Spielprotokoll.
Aber auch Positives gibt es zu berichten: Die Wettkampfstätten, das Hallen- und Freibad waren toll, waren gut präpariert und zeigten absolutes EM-Niveau und die deutschen Teams schlugen sich trotz aller Widrigkeiten hervorragend. Sie waren gute Repräsentanten ihres Verbandes. Die Siegerehrungen mit den wirklich sehr schönen Medaillen erfolgten zeitnah und zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

Der DSV belegte in der Nationenwertung Platz 3, wobei von den 10 gestarteten Teams 6 mit Medaillen nach Hause reisen konnten. Hier nochmals herzlichste Gratulation!

EM 2022: SV Cannstatt AK 60+

Vize-EM: SG Essen Masters (Frauen) AK 40+, Düsseldorfer SC 65+, WFSpandau 04 Buddies 50+

EM 3. Platz: SV Poseidon Hamburg 70+, Uerdingen WPM 45+

Nationenwertung: Gold Silber Bronze
1. Italien 2 3  
2. Ungarn 2 1 3
3. Deutschland 1 3 2
4. Kroatien 1 1 1
5. Tschechien 1    
6. Slowakei 1    
7. Montenegro 1    
8. Finnland   1  
9. Spanien     2

 

Spielplan Meisterschaftsfinale Bezirk 2022